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updated  15. 1. 2008

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Presseinformation

Zum Nachlesen:
Wir Kriegskinder
Sixty years later
“Children of Nazi-Germany”

Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München (2005)

Kriegskindheit - ein Projekt an der LMU München

60 Jahre nach dem Kriegsende sind die Wunden bei den Beteiligten noch nicht verheilt, ist die Erinnerung an die identitätsprägende Zeit des Krieges und des Nationalsozialismus bei vielen immer noch frisch.

Das Münchener Kriegskindheitsprojekt wurde im Jahr 2003 ins Leben gerufen und wird von Professor Ermann geleitet. Im Fokus von Kriegskindheit.eu stehen Einschätzungen und Bewertungen im Zusammenhang mit Nachkriegskindheit und ihren Langzeitfolgen. Wie haben die Betroffenen ihre Erlebnisse nach 60 Jahren verarbeitet? Wie bewerten sie heute ihre Erfahrungen und welche Folgen sehen sie für ihr Leben und ihr Selbstverständnis? Zur Lösung dieser zentralen Fragen sichern die Forscher und Forscherinnen die Erinnerungen von Zeitzeugen in Fragebögen und Interviews, die dann unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ausgewertet werden. An der Untersuchung beteiligen sich Angehörige der Geburtsjahrgänge 1933 bis 1945.

Bereits jetzt kristallisieren sich erste Ergebnisse der Forschungsarbeit von Kriegskindheit.eu heraus:
Bei der Verarbeitung der Erlebnisse spielen beispielsweise Verleugnung, Scham und Schuldgefühle eine spürbare Rolle. Auch empfinden die Beteiligten die verstärkte öffentliche Diskussion über das Thema Kriegskindheit als Entlastung und überfällige Aufhebung eines Tabus.

Generell gilt, so hebt Professor Ermann hervor, dass es „das typische Kriegskind“ nicht gibt. Die Erinnerungen und Spuren der Kindheit im Zweiten Weltkrieg und der Zeit des Nationalsozialismus sind sehr verschieden ausgeprägt. So hatte für manche Betroffene, welche die Zeit als ältere Kinder und Jugendliche erlebt haben, der Krieg neben der schrecklichen auch abenteuerliche Seiten. Der Nationalsozialismus spielte in der Darstellung von konkreten Erinnerungen nur eine geringe Rolle. In den Familiengesprächen wurde das Thema zumeist vermieden. Der Holocaust wurde in den bisherigen Interviews spontan nicht benannt.

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