lmu_ausschnitt

updated  15. 1. 2008

BuiltWithNOF

Das Projekt Kriegskindheit
an der Universität München
“Europäische Kriegskindheit im 2. Weltkrieg und ihre Folgen”

The Childhood in War Project
at the Munich University
“European Childhood during World War II and its consequences”

wir kriegskinder – wir kriegskinder – wir kriegskinder - wir kriegskinder – wir kriegskinder – wir kriegskinder - wir kriegskinder
__________________________________________________________________________________________________

Aus der Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München

von Michael Ermann

Wir Kriegskinder
Vortrag im Südwestrundfunk im November 2003

Fast 60 Jahre nach dem Ende sind die Spuren des Zweiten Weltkrieges in unserem Lande noch nicht verblasst. Die Wunden von damals sind zwar vernarbt, und die Narben haben eine neue Wirklichkeit geschaffen. Deutschland hat in neuen Grenzen eine überdauernde Gestalt gefunden und die Deutschen darin ein neues Selbstverständnis. Die Mündigkeit in der Bewer-tung des gegenwärtigen Krieges im Irak ist dafür ein deutliches Zeichen.

Aber es ist immer noch Nachkriegszeit. Noch immer bestimmt die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und den Folgen unser politisches, gesell-schaftliches und kulturelles Leben. Kaum ein künstlerisches Werk unserer Tage, in dem nicht der Gegenwartsbezug auf die NS-Zeit anspielt, kaum eine öffentliche Diskussion, in der nicht die Vergangenheit mit anklingt. Die Verweigerung der Erinnerung während der Jahre des Wirtschaftswunders ist schon seit geraumer Zeit einem lebendigen Bearbeitungsprozess ge-wichen.

Um so erstaunlicher ist es, dass gerade die Generationen der Kriegskinder – der heute Ende 50 bis 70jährigen, die im Kriege geboren wurden oder den größeren Teil ihrer Kindheit im Kriege erlebt haben –, in Bezug auf ihre eigene Biographie bis vor kurzem merkwürdig schweigsam waren und unbetroffen wirkten. Ihre Sprachlosigkeit fand ein Gegenstück in dem geringen Interesse, das die Öffentlichkeit diesem Schicksal entgegenbrachte.

Das allgemeine Darüber-Hinwegsehen kommt auch darin zum Ausdruck, dass die Kriegs-kindheit auch in der Psychotherapie, die ja der individuellen Biographie als prägender Größe besondere Aufmerksamkeit widmet, bisher praktisch nicht vorkommt. Es gibt angesichts der überwältigenden Zahl von Kriegskindern, die im Laufe der Jahrzehnte psychotherapeutisch behandelt wurden, eine kaum nennenswerte Fachliteratur, die sich mit den Traumatisierungen und der Identitätsproblematik der Kriegskinder befasst, und die vorhandene1 wurde kaum rezipiert2. In einer systematischen Untersuchung von Psychotherapieberichten finden wir, dass die Kriegskindheit auch heute noch in der psychotherapeutischen Diagnostik von Betrof-fenen und in Berichten über ihre Behandlung eine äußerst nachrangige Rolle spielt3.

Aber wir können als Menschen offenbar nicht zur Ruhe kommen und nicht in Ruhe alt wer-den, wenn wir den Kern und Ursprung unserer Geschichte, einer erschreckenden Geschichte, in uns abgespalten halten. Die Schrecken arbeiten in uns weiter und bedrohen die Unbefangenheit uns selbst gegenüber. Und es kostet unendlich viel Kraft, sie über Jahrzehnte unter Verschluss zu halten.

So kann es letztlich nicht überraschen, dass sich in letzter Zeit Berichte von Angehörigen der Kriegskindgeneration häufen, die mit Ende 50 oder Mitte 60 mit quälenden Krankheitssym-ptomen zur Psychotherapie kommen, und dass sich in diesen Behandlungen die Schrecken der Vergangenheit einen Weg ins Bewusstsein verschaffen4. Neuerdings findet das Thema auch in den Medien und Magazinen5 Interesse, und es entstehen an verschiedenen Orten For-schungsgruppen, die sich mit dem Thema beschäftigen6. Und es kann auch nicht verwundern, dass Betroffene sich in letzter Zeit zusammenfinden, um auf Tagungen7, im Austausch und in der Selbsterfahrung auf die Suche nach ihrer Vergangenheit zu gehen. Ein Leben lang haben sie geschwiegen, jetzt beginnen sie zu reden: „Wir Kriegskinder“.

Ich selbst, 1943 in Stettin in Pommern zwischen Bombennächten geboren, bin ein typisches Kriegskind. Ich habe trotz langer Selbstanalyse erst in den letzten Jahren begonnen, meine Biographie zu be-greifen, eine Kriegskindbiographie, die ich mit Tausenden teile. Ich habe spät begonnen, meine Persönlichkeit im Lichte dieser Biographie neu zu sehen und mein Le-ben neu zu lesen. Das hat mich neugierig auf die Leben anderer gemacht, die diesen Lebens-beginn mit mir teilen. Daraus ist ein verstärktes Interesse an dieser Thematik entstanden, die inzwischen in ein wissenschaftliches Projekt8 gemündet ist.

Vor diesem Hintergrund will ich darstellen, wie wir die Kriegskinder - und wie wir uns als Kriegskinder heute verstehen. Das kann nur und muss freilich von einem recht abstrakten wissenschaftlichen Standpunkt aus geschehen. Sie werden mir nachsehen, dass ich meine per-sönliche Involviertheit in das Thema nicht völlig ausklammern kann.

60 Jahre nach dem Krieg

Blicken wir auf 60 Jahre Nachkriegszeit zurück, dann erscheinen die deutschen Kriegskinder als eine Generation von Unauffälligen. Sie hat nur wenige bedeutsame Persönlichkeiten her-vorgebracht, und womöglich ist die geringe Fähigkeit, über das eigene Schicksal auch be-wusst zu trauern, eine der Ursachen für eine relative geistige Unfruchtbarkeit in den fünf Jahrzehnten der westdeutschen Bundesrepublik. In der Psychotherapie zum Beispiel gibt es im Vergleich zu der reichen Tradition in den Vorkriegsjahren nur bescheidene innovative Beiträge aus der Nachkriegszeit.

Doch die Nachkriegskinder haben ihr Leben gemeistert! Sie sind durch ein Leben gegangen, das von einem erstaunlichen Wiederaufbau, beeindruckenden kollektiven Leistungen und einem überraschenden nationalem Wandel in den 68er Jahren geprägt war. Sie haben ihre Karrieren gemacht, ihre Familien gegründet, die Kinder in die Erwachsenheit entlassen und in einem stumm geteilten Wissen über Unaussprechliches Abschied von den eigenen Eltern ge-nommen. Man merkt ihnen nichts Besonderes an. Vielleicht sind sie nur manchmal ein wenig zu ernst, manchmal ein wenig erstarrt und abwesend, wenn andere traurig sind. Manchmal bemerkt man vielleicht ein gezwungen wirkendes Mitlachen, wenn andere fröhlich sind. Viel-leicht haben sie auch etwas zu wenig Selbstmitleid.

Wenn es etwas Auffälliges an uns gibt, dann am ehesten die kleinen Schrullen: Kaum einer von uns kann beherzt einmal Kleidung oder Essen wegwerfen. Bei vielen zeigt der Umgang mit der Zeit bemerkenswerte Relikte von Flucht und Fliegerangriffen: Das Hinauszögern von Abschieden, von Entscheidungen, das Ausnutzen von Zeit bis zur allerletzten Sekunde, die Unentschlossenheit bei Reisen, das Chaos vor der Abreise. Oder merkwürdige, oft unbemerk-te kleine Phobien, zum Beispiel beim Hinabsteigen in den U-Bahn-Schacht. Und das Erschre-cken über Banales: Das Zusammenzucken bei Aufheulen von Sirenen, beim Vorüberfahren der Feuerwehr. Oder das schleichende Unbehagen, wenn im September über den dunkelblau-en Himmel ein einsames Flugzeug fliegt. Ja, überhaupt Stimmungen, die plötzliche Melan-cholie bei einem bestimmten Licht, die Berührung in weiten Landschaften, die Beklommen-heit an manchen Nachmittagen oder an stillen Abenden, bei Gerüchen oder Lauten.

Aber es gibt auch verschwiegene Symptome: Viele träumen noch immer von Angriff, Fallen, Gewalt, Kampf, Flucht. Andere werden aus dem Schlaf gerissen mit einem uralten Gefühl, für das sie eine ganz persönliche Formel haben: "Die Russen kommen." Bei anderen herrschen Depression, geringe Zuversicht, Ängste, Somatisierung oder Konversion. Es sind zum Teil merkwürdige Symptome: Kältegefühle oder wiederkehrendes Fieber, Erregungen und Unru-he oder plötzliche Panik, Erstarrung oder das Gefühl, wie außer sich zu sein. Heute erkennen wir in solchen Symptomen die Spuren von Flucht- und Kampfreaktionen, wiederkehrende Erinnerungen, die sich ihren Weg über den Körper suchen, Erinnerungen an Unfassbares.

Studien

Jahrzehnte nach Ende des Krieges hat Schepank9 um 1980 in einer epidemiologischen Feld-untersuchung in Mannheim beim Vergleich der Jahrgänge 1935, 1945, 1955 festgestellt, dass Kriegskinder nicht häufiger unter psychisch bedingten Erkrankungen leiden als die "Normal-bevölkerung". Oder sind sie es doch? Bei der Nachuntersuchung10 drei Jahre später fand er deutliche Unterschiede: 40 Prozent der "Spät"-Kriegskinder des Jahrgangs 1945 zeigten jetzt seelisch bedingte Erkrankungen, immerhin noch 30 Prozent der "Früh"-Kriegskinder des Jahrgangs 1935 und "nur" 20 Prozent der Nachkriegskinder des Jahrgangs 1955. Diese Er-gebnisse sind widersprüchlich, was zum Teil auf der Veränderung der Forschungsmethodik beruht. Es gibt danach aber eindeutige Hinweise dafür, daß die ungünstigen Entwicklungsbe-dingungen der Kriegs- und Nachkriegszeit nachhaltige Folgen auf die spätere Gesundheit hat-ten.

Die Hamburger Flüchtlingsstudie11 aus dem Jahr 2000 zeigt, dass 30 Prozent der Kriegskin-der, welche die Flucht mitgemacht haben, unter dem Vollbild oder dem partiellen Bild einer posttraumatischen Persönlichkeitsstörung leiden. 60 Prozent der Stichprobe leiden unter Intrusionen, das heißt unter immer wieder einmal auftretenden, plötzlich einschießenden Bil-dern und Erinnerungen an bedrohliche Situationen aus der Vergangenheit.

Kriegskinder sind also als Erwachsene Menschen, die im Allgemeinen häufiger gefährdet sind, mit seelisch bedingten Störungen zu erkranken als andere. Vor allem aber ist die Art der Störung, die Ursache, nämlich die traumatische Genese ihrer Gestörtheiten das Besondere. Besonders ist nach meiner Erfahrung außerdem die Einstellung dazu. Sie besteht in einer Ver-leugnung der Möglichkeit – oder soll ich sagen: der Tatsache, dass die Ursprünge dieser Störungen in der Kriegskindheit liegen - nach dem Motto: Für uns war das doch damals alles ganz normal!

Kriegstraumata

Kriegskindheit ist ein Phänomen mit vielen Varianten. Sie bezieht sich auf Menschen, die im Osten, im Memelland, den Krieg erlebt haben und bei denen die Flucht maßlose Schrecken und unauslöschbare Erinnerungen in die Seele eingegraben hat. Kriegskindheit gab es aber auch im Südwesten für die Bauernbuben im Hochschwarzwald, die aus der Ferne den Feuer-schein des brennenden Freiburg miterlebt haben, selbst aber keine unmittelbaren Erfahrungen mit dem Krieg gemacht haben.

Dazwischen liegt ein breites Spektrum von Betroffenheit: Erlebnisse und Ereignissen, die wir heute aus der Sicht des Erwachsenen als schwerwiegende, zum Teil als Extrem-Traumatisierungen betrachten müssen.

Bombenkrieg

Allen voran der Bombenkrieg, der etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung der damaligen Zeit, also auch etwa die Hälfte der Kinder der damaligen Jahre, betroffen hat. Alarm, und immer wieder auf den Koffern sitzen und auf Abruf schlafen, um, in Straßenkleidung auf dem Bett liegend, von Großmutter, Mutter oder der großen Schwester aufgeweckt, am Arm gezo-gen und in den Keller gezerrt zu werden. Verschüttungen, Verletzungen, selbsterlittene und beobachtete. Die Schreie und das Rufen. Der Feuerschein und die Dunkelheit. Der Geruch und der Staub. Unauslöschbare optische, akustische, sinnliche Erlebnisse. Zerstörung, das Donnern der Erde, wenn man in den Bunkern sitzt, die Mauern die zusammensinken, wenn man anschließend durch die Straßen eilt, der Schutt, der Rauch. Das andauernde Gefühl von Angst und existentieller Bedrohung.

Oder aber die so gut gemeinte Evakuierung: Kinderlandverschickung. Ich selbst bin im Alter von 2 Monaten aus dem Bombeninferno in Stettin in das Gutshaus einer weit entfernten Be-kannten in Hinterpommern gekommen. Was es bedeutet hat, mehr als ein Jahr lang von mei-ner Mutter getrennt gewesen zu sein, habe ich erst sehr, sehr viel später begriffen. Meine Ge-schwister, Kriegskinder, kommentieren das und sagen: Wir hatten doch eine glückliche Kind-heit auf dem Lande!

Solche Evakuierung und Trennung, tausendfach erlebt, gut gemeint, zeigen das ganze Aus-maß der Hilflosigkeit, in welche die Eltern damals gekommen waren, die diesen Evakuierun-gen zugestimmt oder sie vielleicht sogar betrieben haben.

Die Bombardierungen und die Zerstörung der Städte mit all diesen Folgen war eines der wohl entscheidendsten traumatischen Erlebnisse, denen die Menschen und speziell die Kinder der damaligen Zeit ausgesetzt waren – übrigens nicht nur in Deutschland.

Flucht und Vertreibung

Es begann mit herannahenden Fronten. Das Gefühl der Bedrohung, lange verleugnet, wuchs mit dem Getöse der Kämpfe. Ungewissheit breitete sich aus: Was wird mit uns? Eine Unge-wissheit, die durch eine Regierung verstärkt wurde, deren Zuverlässigkeit in Frage stand. Niemand kannte die Pläne, niemand wusste, ob sie die Zivilbevölkerung dem "Endsieg" op-fern oder Hilfen bei der Flucht gewähren würde.

Dann kamen die Bedrohungen und Gefährdungen auf der Flucht: Die Bombardierung der Trecks, die Angriffe auf die Straßengräben. Kälte, Hunger, der Anblick von verwüsteten Dörfern und brennenden Gehöften. Das Sterben ringsum – fremde Menschen, nahe Menschen. Und als ständiger Begleiter die eigene Todesangst.

Traumatisierungen und Traumafolgen

Wo wir einer Traumatisierung nicht ausweichen und eine Traumaerinnerung nicht vermeiden können, greifen wir zu anderen Mitteln: Zur Flucht durch Dissoziation. Damit wird der Vor-gang bezeichnet, dass Menschen nach Traumatisierungen immer wieder aus sich heraustreten und sich wie von ferne betrachten, als seien gar nicht sie selbst betroffen. Diese Entfernung von sich selbst ist mit einem Wechsel in einen anderen Bewusstseinszustand verbunden und stellt einen Versuch dar, durch Selbstaufgabe der Identität sich selbst zu rettet – durch Aufge-ben des zentralen Gefühls der Identität: „Das bin ich!“ Daraus wird in der Dissoziation: Ich bin es eben nicht!

Eine gelindere Form der Flucht ist der Rückzug aus Beziehungen. Er ist meistens mit Miss-trauen gegenüber allen und allem verbunden. Das Mißtrauen ist der prägenste bleibende Cha-rakterzug, den Traumatisierungen in die Persönlichkeit eingraben. Damit reagiert die Persön-lichkeit auf die Zerstörung des zentralen Sicherheitsgefühls als dem wohl entscheidensten Geschehen in der Traumatisierung, und das Misstrauen ist der Versuch, sich der Wiederho-lung dieser Erfahrungen zu entziehen und Situationen zu vermeiden, die irgendwie an das Trauma erinnern könnten.

Eine besondere Form der Vermeidung der ganzen Wucht einer Traumaerinnerung ist die Spaltung der Wahrnehmung, des Fühlens und des Denkens. Sie bildet den Hintergrund, wenn die Kriegserlebnisse später immer und immer wieder als mehr oder weniger lustige, abenteu-erliche Geschichten erzählt werden, und die Erschütterung draußen vorlässt. Diese Spaltung ist eine Verleugnung der tatsächlichen Dramatik, der Ängste und Schrecken, welche die Er-eignisse im Erleben hinterlassen haben. Und dennoch werden diese Geschichten immer wie-der erzählt, weil sie Teil des eigenen Selbst geworden sind, aber auch in der stillen Hoffnung, sie darüber loszuwerden - vielleicht auch in der unbewussten Illusion, dieses mal einen glück-lichen Ausgang zu erleben.

Kriegsfolgen

Der Krieg hinterließ in ganz Europa zerstörte Familien und verwüstete Städte, menschliche, urbane und bauliche Ruinen. Die Menschen standen vor einer unermesslichen Bewältigungs-aufgabe. Verluste hatten tiefe Wunden in die Familien geschlagen: Mit dem Erwachen aus der Katastrophe entsteht das Bewusstsein, dass Plätze leer bleiben und es nie wieder werden kann, wie es war.

Wo städtisches Leben war, breiten sich Wüsten aus: Wenn man noch 10 Jahre später in Ham-burg auf der Elbbrücke stand, konnte man bis zum Hauptbahnhof schauen – das ist eine Ent-fernung von mehr als 2 Kilometern - es stand dort kaum kein Haus.

Die Soldaten, die Väter, kehrten abgezehrt, innerlich und äußerlich beschädigt zurück, die letzten erst nach zehn, zwölf Jahren. Sie hatten Unfassbares gesehen, wofür sie keine Sprache fanden.

Im Vordergrund standen jetzt Überleben und Aufbau: Wegräumen von Schutt, Herstellen von Behausungen. Ein Dach über dem Kopf zu haben und den Kindern etwas zu Essen zu besor-gen, waren die Dinge, die in diesen Jahren lebensnotwendig waren. Aber die seelischen Wun-den blieben unversorgt – bei den Großeltern, bei den Eltern, bei den Geschwistern, und bei den Kriegskindern.

Den unmittelbaren Kriegserlebnissen folgten nun Krankheit und Armut, die Fremdheit in zer-störter und neuer Umgebung. Für Flüchtlingskinder was die neue Umgebung eine Situation, in der sie weder mit den Menschen, noch mit der Sprache, noch mit den Gewohnheiten und vielleicht nicht einmal mit der religiösen Konfession vertraut waren. Flüchtlingskind zu sein, galt in der norddeutschen Kleinstadt als Makel. Man musste sich mit Gleichbetroffenen zu-sammentun, um die Hänseleien zu ertragen. Viele wurden kontaktscheu und einsam.

Für viele bedeutete die Nachkriegszeit Vaterlosigkeit. Und als sie Väter dann kamen, waren sie ohne Bein, ohne Arm, kamen mit zerschossenem Auge. Es waren beschädigte Väter, die zerbrochen waren, deren Lebenshoffnungen, und Zuversicht dahin war. Die Väter entsprachen nicht den Hoffnungen und Idealen, mit denen sie erwartet worden waren.

Viele erlebten die verborgene Depression ihrer Mütter – die Trauer, die nicht offen gezeigt wurde, denn sie mussten doch stark sein, den Kindern auch den Vater ersetzen. Und die Kin-der sollten nicht merken, wie es ihnen ging.

Doch die Kriegskinder merkten! Diese Kinder, die aus unergründlichem Schuldgefühl selbst nicht wagten, zu weinen, die wie fremd und auf der Suche nach etwas, das sie nicht wussten, allein durch die Straßen und Parks liefen12. Sie wurden die Tröster der Mütter, der Eltern, der älteren Geschwister – über Verletzungen und Verwundungen, die sie nur ahnten.

Wie sollten sich die Erwachsenen, denen eine Welt zusammengestürzt war und die in ihrem eigenen Kummer befangen waren, in die Situation dieser schweigenden, verschlossenen, manchmal störrischen Kinder hineinzufühlen. Ich weiß von Lehrern, die die Schulstörungen dieser Kinder als Ungehorsam verstanden, sie bloßstellten und mit dem Rohrstock bestraften.

Kriegskind-Identität

Das Wirtschaftswunder half, die materielle Not zu lindern – aber es bewirkte auch, dass die Wunden verborgen blieben, an denen alle litten, die diesen Krieg erlebt hatten. Alexander und Margarete Mitscherlich13 sprachen von der Unfähigkeit zu trauern, und sie meinten damit die Ängste, dem Unbewussten, dem Verfolger, der man früher selbst war, im eigenen Inneren zu begegnen, wenn man sich den Erinnerungen stellte und den Gefühlen überließ und versuchte, der Trauer Raum zu geben.

Ich denke, das war vor allem die Situation der Erwachsenen, die insbesondere die Schuldver-strickung in den Holocaust und den Genozid an den jüdischen Mitbürgern kognitiv erfassen konnten, was der Kriegskind-Generation weitgehend unmöglich war. In den Kriegkindern formte sich diese Unfähigkeit der Erwachsenen zu trauern um und führte zu einem inneren Verbot, selbst zu fühlen. Es kam in den Kriegskind-Generationen zu einer Pervertierung des Denkens: Die grauenvollen Erfahrungen, die sich als mehr oder weniger bewusste Erinnerun-gen im Innern festgesetzt hatten, wurden schlicht zur Normalität erklärt. Ein deutscher Junge, auch in den fünfziger Jahren, weinte nicht, und er hat es zum Teil bis heute nicht wieder ge-lernt.

Hinzu kamen unsägliche Schuldgefühle, insbesondere die Überlebensschuld, wenn nahe An-gehörige verstorben waren, aber auch weil sie angesichts der Verletzungen und Depressionen in der Elterngeneration spürten, dass ihr Trost nicht heilen konnte und sie keine ausreichende Hilfe leisten konnten, wo sie dringend gebraucht wurde.

Schließlich gab es im Untergrund auch Schuldgefühle über eigenen Hass, den jeder Traumati-sierte im Verborgenen mit sich trägt. Er kann plötzlich und irrational auch heute noch wieder aufsteigen, wenn ein Kriegskind am Fernseher Soldaten einer befreundeten Nation sieht, der gegenüber er tiefe Sympathie hegt, die plötzlich zu Tätern gegenüber unschuldigen Menschen anderer Nation werden.

Aus diesen beiden Quellen nährt sich das, was wir als die gemeinsame Kriegskind-Identität bezeichnen können, welche die verschiedenen Generationen von Kriegskindern und die ver-schiedenen Schicksale mit einander verbindet – die im Osten und die im Westen, die im Nor-den und die im Süden, die Bombennachtskinder und die Flüchtlingskinder: Es ist ein Mangel an Erschrecken und Betroffenheit über das eigene Schicksal!

Die frühe Extremtraumatisierung verknüpft sich mit komplexen Schuldgefühlen, und führt, in Reaktion auf die Unfähigkeit zur Trauer und Einfühlung, in eine Unfähigkeit, sich in sich selbst einzufühlen, sich selbst zu bedauern und das eigene Schicksal zu betrauern. „Andere haben es noch schwerer gehabt,“ ist in den Interviews, die in den letzten Jahren geführt und teilweise publiziert wurden, eine der Redewendungen, die Gang und Gebe sind, wenn Kriegs-kinder ihr eigenes Schicksal kommentieren.

Diese gemeinsame Kriegskind-Identität zeigt sich in einem Mangel an Selbsteinfühlung und Gefühlsferne in Bezug auf eigene Empfindungen. Sie äußert sich in einer gewissen Rück-sichtslosigkeit gegenüber sich selbst, einer bestimmten Zähigkeit, mit der viele von ihnen durchs Leben gehen, einer Unauffälligkeit des Funktionierens und sozialer Angepasstheit. Sie beruht auf einer Fremdheit gegenüber sich selbst, die bewirkt, dass sie sich schwer äußern können, gegenüber anderen fremd fühlen und auch anderen fremd bleiben.

Spätfolgen

Lange war die Wissenschaft über die Frage zerstritten, ob Erlebnisse wie ein Weltkrieg bei konstitutionell gesunden Menschen dauerhafte Folgen hinterlassen können. Protagonisten der Verneiner wie Villinger14 führten die psychopathologischen Phänomene der Nachkriegszeit, insbesondere die Zunahme von Verhaltensstörungen und Dissozialität, auf die Veränderungen im Sozialraum zurück, also auf soziale Verschiebungen, und sahen darin ein rein soziologisch begründetes Phänomen. Die entgegengesetzte Auffassung vertraten Müller, Schindler und Hau15, deren bereits früh in den Nachkriegsjahren erschienene Arbeiten nie wirklich rezipiert wurden. Sie erkannten die Spätwirkung der Kriegskindheit in der Psyche der Kinder und dann später Jugendlichen und sahen in Bombenkrieg, Flucht oder Verlust von Angehörigen die Ursache für psychische Dauerschäden.

Man hat also schon lange gewusst – aber offensichtlich nicht wissen wollen -, dass diese Zu-sammenhänge bestehen! Stattdessen hat man das Schicksal der Kriegskinder weitgehend ver-leugnet und verdrängt und auf äußere, andere Faktoren zu reduziert betrachtet oder teilweise gar nicht beachtet.

Diese Bewertung der Kriegskindheit muss man allerdings vor dem Hintergrund sehen, dass es damals noch kein Traumakonzept gab, und dass man damals traditionell psychische Schäden, die durch Kriege hervorgerufen wurden, als hysterische Begehrensneurose betrachtete, oder sie auf eine erbliche Vulnerabilität zurückführte. Es herrschte lange die Auffassung vor, dass Dauerschäden nur dann entstehen können, wenn es eine erbliche Vorbelastung gibt. In dieser Auffassung sah man sich bestätigt, wenn man die Depressionen und psychischen Alterationen der Vorgeneration betrachtete – ohne dabei in Rechnung zu stellen, dass Mutter und Vater ihrerseits durch die Kriegsereignisse in Mitleidenschaft gezogen worden waren.

Ein Perspektivwandel trat in den fünfziger Jahren ein, und zwar durch die Wiedergutma-chungs-Begutachtungen, insbesondere von Überlebenden der Konzentrationslager. Es war insbesondere der Heidelberger Psychiater von Bayer, der als Vorreiter wirkte und durchsetz-te, dass Extremtraumatisierungen erstmals in Deutschland als Ursache für späte Dauerschäden anerkannt wurden.

Erst im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des Vietnamkriegs kam es unter dem enormen politischen Druck der amerikanischen Vietnam-Veteranen zum Durchbruch dieses Konzepts. Inzwischen hat das "posttraumatische Belastungssyndrom PTSD" als Erkrankung weltweite Anerkennung gefunden. Die nachfolgenden Forschungen wissen wir heute, dass es posttrau-matische Persönlichkeitsentwicklungen geben kann, die über viele Jahre oder sogar über Jahr-zehnte klinisch unauffällig bleiben, um dann im späten Alter mit der Bildung von Symptomen wie Ängsten, Depressionen oder psychosomatischen Erkrankungen zu dekompensieren.

Psychotherapie

Ohne hier auf behandlungstechnische Einzelheiten einzugehen, möchte ich einige Erfahrun-gen mitteilen, die als Psychoanalytiker ich in der Arbeit mit Kriegskindern, Angehörigen meiner eigenen Altersgruppe, gesammelt habe. Meine wichtigste Erfahrung ist, dass der ent-scheidende Schritt in der Behandlung darin besteht, dass Kriegskinder beginnen anzuerken-nen, dass sie Traumatisierte sind - und zwar Traumatisierte durch ein Schicksal, das immer schon gekannt, aber jahrzehntelang verleugnet haben.

Diese Einsicht ist schwer zu erringen. Um sie zu fördern, braucht es eine Analytikerin oder einen Analytiker, die bereit sind, mit in die Welt der Traumatisierung hineinzugehen. Die Gefahr ist eine manische Abwehr, die gemeinsame Verleugnung. Es geschieht in solchen Be-handlungen fast zwangsläufig, dass die Patienten einen auf die Probe stellen und einen in Ver-suchung bringen zu sagen: War es denn wirklich so schlimm? Schau doch nach vorne! Du mit deinen 59 Jahren – willst du wirklich deine Jahre damit verbringen, zurückzuschauen?

Das Ziel besteht darin, dass die Kriegskinder eine positive, bejahende Kriegskind-Identität erwerben. Im Wesentlichen bedeutet das, die Fähigkeit zu entwickeln, sich in sich selbst em-pathisch hineinzuversetzen, mit sich mitzufühlen und Verständnis für sich zu erwerben. Da-durch können sich Welten eines neuen Selbst-Verstehens öffnen.

Lebenslange Verhaltensmuster erhalten plötzlich einen Sinn. Man begreift, dass die ewige Hetze nach der U-Bahn am Morgen etwas damit zu tun hat, bis zum letzten Augenblick zu versuchen, in den schützenden Mauern der Wohnung zu bleiben, und sich erst im allerletzten Moment in diese Pseudosicherheit des Luftschutzbunkers zurückzuziehen. Der Betroffene, von dem ich spreche, stellte eines Tages zu seiner eigenen Überraschung fest, dass man zur U-Bahn ja Treppen hinunter gehen muss.

Fürsorge für sich selbst zu entwickeln, kann bewirken, dass man beginnt, sich endlich einmal Schuhe zu kaufen, die groß genug sind, und begreift, dass man nicht mehr die zu engen, aus-gelatschten Schuhe seiner Geschwister tragen muss. Dass man beginnt, sich warm anzuzie-hen, wenn man auf die Straße geht - und nicht mehr friert, als sei man auf der Flucht.

Aber bis dahin ist es ein steiniger Weg. Er ist gepflastert mit Tränen und Trauer, vor allem Trauer über die versäumte Lebenschancen. Und gesäumt mit der beständigen Gefahr, die Be-handlung abzubrechen, als wäre alles gar nicht so schlimm, oder sich mit Alkohol zu betäu-ben oder gar umzubringen.

Warum so spät?

Zum Abschluss möchte ich die Frage stellen: Wie kommt es, dass es so viele Jahre gedauert hat, bis die Kriegskindheit wiederentdeckt wurde? Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten und Gedanken, die mir dazu einfallen.

Das erste und vielleicht Wichtigste ist die Einstellung zu Kindern, die unsere Tradition in Deutschland beherrscht: Ein Mythos von der Unverletzlichkeit der Kinder, von der Unschuld der Kinder. Als bekämen Kinder das Schreckliche nicht mit, weil sie noch klein sind, und als mache es ihnen nichts aus. Das zweite ist die Heldenideologie des Nationalsozialismus, die unausgesprochen in der Verarbeitung des zweiten Weltkrieges und der NS-Zeit im Nach-kriegsdeutschland mitschwang. "Deutsche" Kinder werden geboren zur Härte, und diese Kin-der sind nicht verletzlich. Wenn sie denn aber geschädigt werden, dann werden sie nicht in ihrem Schmerz und Leid gesehen, sondern in ihrer Tapferkeit, mit der sie die Verletzungen überstehen.

Hinzu kommt das Fehlen der Traumaperspektive, über die ich bereits gesprochen habe. Es ist sehr schwer, manche Phänomene, wenn man sie nicht kennt, richtig wahrzunehmen. Ich erin-nere nur an die Bilder von Kinder bis zur Frührenaissance – es waren klein geschrumpfte Er-wachsene, weil man die Kindheitsproportionen noch nicht entdeckt hatte.

Aber wahrscheinlich lässt sich die lange Verleugnung der Traumatisierung von Zigtausenden deutscher Kriegskinder nur verstehen und richtig gewichten, wenn man die Verstrickung der Erwachsenen-Generationen in die Schuld des Holocaust und die politischen Perversionen und menschlichen Verirrungen des Nationalsozialismus in Betracht zieht. Sie hat dazu geführt, den eigenen Bereich einschließlich der eigenen Kinder nicht unbefangen betrachten zu kön-nen. Dabei droht immer die Gefahr, in den Verdacht zu geraten, Unvergleichbares mit einan-der vergleichen zu wollen und gegeneinander aufzurechnen.

Aber das Anliegen, Verständnis für das Schicksal der Kinder zu erwecken, die als nichtjüdi-sche Deutsche im II. Weltkrieg in Deutschland geboren wurden, und die Folgen dieser Ent-wicklungsbedingungen zu ergründen, kann, soll und darf in keiner Weise die Gräuel des Na-zi-Terrors gegen die jüdische Bevölkerung, gegen jüdische Kinder und gegen andere Minder-heiten schmälern. Es ist eine schwerwiegende Herausforderung, bei der Erkundung der deut-schen Kriegskindheit niemals zu vergessen, dass das Grauen und Chaos auf Entscheidungen und Entwicklungen beruht, die vom deutschen Volk selbst herbeigeführt worden sind. Diese Spannung auszuhalten birgt allerdings die Chance zu innerem Wachstum.

Auch die Verweigerung in die Selbsteinfühlung der Kriegskinder selbst dürfte dazu beigetra-gen haben, ihr Schicksal lange unbeachtet zu lassen. Man kann das Schicksal eines anderen nicht würdigen, wenn er selbst keine Bereitschaft dazu zeigt, und wenn er selbst seine inneren Nöte und seinen inneren Kummer verleugnet.

Schließlich ist bei diesen Überlegungen die traumaspezifische Abwehr zu berücksichtigen, die nicht unmittelbar aus dieser nachkriegsbedingten Unfähigkeit zu trauern und der Verwei-gerung der Trauer abgeleitet werden kann, sondern ihr vorausgeht und bei allen Formen von Traumatisierungen auftreten kann. Diese Abwehr besteht darin, dass wir die Traumaerfahrung in uns isoliert halten, indem wir dissoziieren, verleugnen und vermeiden, um nur nicht daran erinnert zu werden. Diese Abwehr dient dem Schutz der Kriegskindgeneration vor der Erinne-rung, sie dient aber auch dem Schutz der Erwachsenen vor den eigenen Erinnerungen und dem der nicht Betroffenen vor ihren archaischen Phantasien über innere Erfahrungen und die dunklen Seiten ihres Seins. Insofern ist die traumaspezifische Abwehr die entscheidende, ge-meinsame Basis all der vorher genannten, einzelnen Mechanismen.

Haben wir Kriegskinder eine Botschaft?

Was wir weitergeben können im Nachdenken über unsere Situation ist, dass ein Krieg – ein jeder Krieg, egal zwischen wem und wo er stattfindet – immer ein generationsübergreifendes, psychosoziales Inferno darstellt.

Kriegstraumatisierungen zerbrechen die Seelen, die Seelen der Großeltern, der Eltern und der Kinder. Das Thema dieses Vortrages waren die Kinder: Die Einwirkungen auf eine Seele am Anfang ihrer Entwicklung und der fehlende Resonanzraum, der notwendig ist, um sich den-noch zu finden. Die Entwicklung im Nachkriegsdeutschland hat gezeigt, dass die generati-onsübergreifende Traumatisierung bewirkt, dass den Kindern ein solcher Resonanz- und Ent-wicklungsraum nur schwer zu erschaffen ist. Krieg führt deshalb in ein Dilemma ohne Aus-weg. Bis zu einem gewissen Grade gibt es daher keine Befreiung aus der sozialen Verschüt-tung. Das ist die Identität von Kriegskindern – in Stettin und Freiburg, in Berlin, Warschau und Coventry, aber auch in Beirut und Bagdad.

Wir können versuchen, uns dieses Dilemmas bewusst zu sein. Wir können versuchen, wenn Krieg denn auftritt - und er ist offensichtlich zwangsläufig mit der Natur der menschlichen Gesellschaft verbunden – uns bewusst daran zu erinnern, dass die Geschädigten einen Reso-nanzraum brauchen. Aber das Dilemma scheint unlösbar. Krieg hat daher überall die gleichen Wirkungen und Folgen. Er schlägt unheilbare Wunden. Und weil das Leben an ihnen zerbre-chen kann, darf Krieg kein Mittel der Politik sein.

Prof. Dr. Michael Ermann
Nußbaumstraße 7, 80336 München
Michael.Ermann@med.uni-muenchen.de

 

ANMERKUNGEN
1 z.B. Müller, R (1949) Kriegserlebnisse und ihr Einfluß auf die psychische Entwicklung des 10- bis 14-jährigen Kindes. Z Päd Prov 3: 27. - Ders. (1954) Psychodiagnostische beobachtungen und Untersuchungen bei psy-chisch kriegs-und nachkriegsgeschädigten Kindern. Prax. Kinderpsych. 3: 33 Hau, TF (1968) Frühkindliches Schicksal und Neurose.Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen Heimannsberg, B, Schmidt, J (1992) Das Kollektive Schweigen. Edition Humanistische Psychologie, Köln
2 Dokumentation siehe Cisneros u. Ermann (in Vorbereitung)
3 Hughes, Katz, Ermann (in Vorbereitung)
4 Heinl, P (1994) Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg...Kösel, München Radebold, H (2000) Abwesende Väter:Folgen der Kriegskindheit in Psychoanalysen. Vandenhoeck und Rup-recht, Göttingen
5 Sendungen im Ersten und Zweiten Deutschen Fernsehen GeoEpoche Nr. 9 (2002) "Deutschland nach dem Kriege Spiegel spezial 2/2002 "Die Flucht der Deutschen" Spiegel spezial 1/2003 "Als Feuer vom Himmel fiel"
6 Überregionale Arbeitsgruppe "Kriegskindheiten und Jugendzeiten im II. Weltkrieg".
7 Kriegskinder gestern und heute: Evangelische Akademie Bad Boll 2000. Kriegsbeschädigte Biographien und öffentliche Vergangenheitsbeschweigung: Evangelische Akademie Bad Boll 2002. Themenheft der Zeitschrift "Psychosozial" im Juni 2003
8 "Münchener Kriegskindheits-Studie"
9 Schepank H (1987) Psychogene Erkrankungen der Stadtbevölkerung. Springer, Berlin
10 Schepank H (1990) Verläufe. Springer, Berlin
11 Hamburger Flüchtlingsstudie (2000)
12 Wolfgang Borchert beschreibt diese Kinder und Jugendlichen im zerstörten Nachkriegs-Hamburg eindrucks-voll in seinen Erzählungen
13 Mitscherlich A, Mitscherlich M (1967) Die Unfähigkeit zu trauern. Piper, München
14 Villinger W (1952) Moderne Probleme der Jugendpsychiatrie. Nervenarzt 23: 102
15 Müller s. Fußnote 1; Schindler S (1955) Seelische Traumen durch Kriegseinwirkungen als Dauerschäduigung der Jugend. Prax. Kinderpsychol. 4: 113; Hau s.Fußnote 1
 

["Wir Kriegskinder"]